Wechseljahre- was ist das?
Als Wechseljahre oder Klimakterium bezeichnet man die Lebensphase der Frau, die vom Ende der Geschlechtsreife etwa ab dem 45. Lebensjahr in das Alter ab dem 65. Lebensjahr überleitet. Mehr als zehn Millionen Frauen in Deutschland befinden sch derzeit in dieser Lebensphase. Dank des medizinischen Fortschritts und der längeren Lebenserwartung liegen die Wechseljahre heute in der Mitte des Lebens. Sie sind der Wechsel in ein neues Lebensgefühl. Oder anders gesagt: Nach den Wechseljahren beginnt noch ein volles Drittel des Lebens.
Die Ursachen der Wechseljahre liegen im natürlichen Alterungsprozess und den damit verbundenen hormonellen Umstellungen. Beim Klimakterium handelt es sich also genau gesagt um einen physiologischen Umstellungsprozess des Körpers.
Alle Hormone im Körper unterliegen einer komplizierten Steuerung und sind in einem fein abgestimmten Regelkreis mit anderen Funktionen und Abläufen im Körper verbunden. Jede Drüse produziert so lange eigene Hormone, bis ein bestimmter Pegel im Blut erreicht ist. Das Gehirn schüttet Kontrollhormone aus, die die weitere Produktion stimulieren oder hemmen. In den Wechseljahren versucht das Gehirn die unregelmäßige Hormonausschüttung durch die Eierstöcke auszugleichen. Wenn das misslingt, muss der Körper ein neues Gleichgewicht finden. Das geschieht in einem langsamen, wechselhaften Prozess, der gewöhnlich zwischen fünf und zehn Jahre dauert.
Mit dem Ende der Fruchtbarkeit stoppt auch der hormonelle Zyklus, der Jahrzehnte lang den Biorhythmus und das Lebensgefühl der Frau maßgeblich mit bestimmt hat. Solange eine Frau fruchtbar ist, reifen in den Eierstöcken laufend Eier heran, die befruchtungsfähig sind. Das Heranreifen und die Möglichkeit, schwanger zu werden, wird durch Geschlechtshormone gesteuert, die in den Eierstöcken gebildet werden.
Die Hormone
Die wichtigsten Hormone sind Östrogene und das Gestagen Progesteron (Gelbkörperhormon). Im normalen Zyklus ist der Gelbkörper für die Produktion von Progesteron zuständig.
Die Hormone steuern das Reifen des Eis und den Eisprung, bei dem das unbefruchtete Ei aus dem so genannten Follikel herausgestoßen wird, um sich in der Gebärmutter für eine mögliche Befruchtung einzunisten. Ungefähr 400 Eisprünge erlebt eine Frau bis zum Eintreten ihrer letzten Regelblutung. Dann verändern sich die Eierstöcke, das Gewebe schrumpft und der Eisprung bleibt aus. Das hat auch Einfluss auf die Hormonproduktion. Zuerst sinkt der Gestagenspiegel im Blut, nach einigen Jahren wird auch weniger Östrogen gebildet. Zu Beginn der Wechseljahre führt der Mangel an Progesteron noch nicht zum völligen Wegfall der Menstruation. Die Regelzyklen der Frau verkürzen sich immer mehr. Typisch sind unregelmäßige Zyklen und verstärkte Blutungen.
Die Funktion der Eierstöcke geht langsam zurück und wird schließlich ganz eingestellt. Erst, wenn als Folge dieses Prozesses auch die Östrogenproduktion ausfällt, bleibt die Regelblutung aus. In diese Zeit fällt auch die letzte Regelblutung, die Menopause. Da es während der Wechseljahre zunehmend keinen Eisprung gibt, kommt es auch nicht mehr zur Bildung eines Gelbkörpers.
Wenn mindestens ein Jahr auch keine spontane Regelblutung mehr eingesetzt hat, ist die fruchtbare Lebensphase der Frau endgültig abgeschlossen. Während dieser Umstellungsphase treten bei rund 70 Prozent der Frauen Beschwerden unterschiedlicher Stärke auf. Bei 30 Prozent sind sie so schwer, dass sie ihr Wohlbefinden stark beeinträchtigen oder sogar behandelt werden müssen.
Ähnlich wie in der Pubertät verursacht der sich verändernde Hormonhaushalt auch Stimmungsschwankungen, die je nach Lebenssituation verstärkt werden können. In die Zeit der Wechseljahre fallen oft auch berufliche und familiäre Veränderungen.
Die Phasen des Umschwungs
Hormone und ihre Wirkung
Die Rolle der weiblichen Geschlechtshormone
Hormonmangel in den Wechseljahren
