Osteoporose durch Ãstrogenmangel - Teil 1
Der Östrogenmangel in den Wechseljahren kann beispielsweise zu schwerwiegenden Spätfolgen wie Osteoporose, dem Knochenschwund, führen. Bei dieser Skeletterkrankung ist das Gleichgewicht der Knochenregeneration gestört. Bei Frauen steigt nach der Menopause der Verlust von Knochenmasse, der Knochen wird zunehmend porös (Osteoporose = poröser Knochen).
Zuvor herrschte in den meisten Fällen ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Abbau alter Knochenmasse und dem Ersetzen durch neu gebildete, was nötig ist, damit der Knochen weiterhin stabil bleibt. Östrogene spielen bei diesem Prozess eine wichtige Rolle, denn sie hemmen die Zellen, die für den Abbau der Knochenmasse zuständig sind. Fehlt das Östrogen nach den Wechseljahren oder nach der Entfernung der Gebärmutter, wird mehr Substanz abgebaut als im Körper aufgebaut wird. Als Folge wird der Knochen porös, verliert an der Fähigkeit, mechanischen Belastungen Stand zu halten und kann schon unter geringen Belastungen brechen. Bei fortgeschrittener Osteoporose treten sogar Spontanbrüche ohne erkennbaren Anlass auf. Besonders häufig betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen, die Hüfte, das Handgelenk und der Speichenknochen des Unterarms.
Einer der bedeutendsten Risikofaktoren für das Entstehen einer Osteoporose ist somit im Mangel an Östrogenen zu sehen. 80 Prozent der Osteoporose-Patienten sind Frauen.
Eine Risikogruppe sind somit Frauen nach der Menopause. Weitere Faktoren sind genetische Veranlagung und familiäre Vorbelastung und eine Überfunktion der Schilddrüse. Die Osteoporose wird durch Kalzium- oder Vitamin-D-Mangel, Rauchen, zu viel Alkohol und Koffein, zu wenig Bewegung sowie Magersucht und Ernährungsfehler beschleunigt. Frauen ab dem 40. Lebensjahr sollten einmal im Jahr einen Osteoporose-Check durchführen lassen, weil in diesem Alter der Abbau des Knochens allmählich beginnt und sich kontinuierlich fortsetzt.
Bis merkliche Symptome einer Osteoporose auftreten, ist die Krankheit bereits fortgeschritten. Hinweise können gelegentlich auftretende Rückenschmerzen sein. Sie treten nach einiger Zeit auch als ständige Schmerzen im Sitzen, Stehen oder Liegen auf und sind zunächst nicht genau zu lokalisieren.
Als Folge des Knochenschwundes verkrümmt die Wirbelsäule nach und nach, Wirbelkörper brechen und verformen sich, es bilden sich Rund- oder Hohlrücken, zuweilen auch der so genannte Witwenbuckel. Die schleichende Veränderung im stabilisierenden Knochenbau führt zu Fehlbelastungen von Gelenken, Bändern und Muskeln, diese wiederum zu chronischen Schmerzen. Das quälende Dauerleiden führt letztlich zu erzwungener Unbeweglichkeit und Angst vor weiteren Knochenbrüchen.
Um es gar nicht erst soweit kommen zu lasse, ist eine Früherkennung neben der Prävention enorm wichtig. Auch im frühen Stadium kann Osteoporose mit Hilfe einer Knochendichtemessung diagnostiziert werden. Auch die Computertomographie, Ultraschall, Blut- und Urinwerte dienen zur Diagnose.
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