Dank des medizinischen Fortschritts und der längeren Lebenserwartung liegen die Wechseljahre heute in der Mitte des Lebens. Sie sind der Wechsel in ein neues Lebensgefühl. Oder anders gesagt: Nach Abschluss der Wechseljahre beginnt noch ein volles Drittel des Lebens.
Hautpflege
Um sich auch in den Wechseljahren wohl in seiner Haut zu fühlen, bedarf es einer besonderen Pflege. Die Haut wird durch den normalen Alterungsprozess und den Östrogenmangel trockener, dünner und empfindlicher, die Durchblutung geht zurück. Der Kollagengehalt nimmt ab, die Haut verliert an Spannkraft. Ausgedehnte Sonnenbäder, Rauchen und Luftverschmutzung setzen ihr zu.
Aktive Frauen, die sich gesund und vollwertig ernähren, die mit sich selbst im Reinen sind, strahlen dies auch über ihre Haut aus. Es heißt zu Recht, die Haut sei der Spiegel der Seele.
Aber auch ein Spiegel muss gepflegt und richtig gereinigt werden. Für die reife Haut ist bei der Reinigung besonders wichtig, dass sie durch alkoholhaltiges Gesichtswasser nicht zusätzlich ausgetrocknet wird. Sie blüht nach dem Reinigen mit milden Lotionen, Reinigungsmilch oder unparfümierter Seife auf. Nach dem Reinigen braucht die Haut Nährstoffe, Fett und Feuchtigkeit, um ihre Reserven wieder aufzufüllen.
Zur Pflege spendet eine Öl-in-Wasser-Emulsion tagsüber Feuchtigkeit. Das kann eine Tagescreme, Kühlcreme oder Lotion sein. Die Wasser-in-Öl-Emulsion eignet sich vor allem, um der Haut ihre schützende Fettschicht zurückzugeben. Diese Emulsion wird im Handel meist als Nachtcreme, Salbe oder Fettcreme angeboten. Für die dünne und empfindliche Haut um die Augen ist eine spezielle Pflege nötig. Antifaltencremes können hier sowie im restlichen Gesicht, an Hals und Dekolleté oberflächliche Fältchen etwas glätten. Mit Feuchtigkeitslotionen sollte die Haut nach dem Duschen oder Baden komplett eingecremt werden.
In der tief sitzenden Lederhaut bilden sich mit den Jahren Falten, verursacht durch den Mangel an Kollagen. In Cremes wirkt Kollagen allerdings nur auf der Hautoberfläche und auch Liposome können nicht bis zur Lederhaut vordringen. Liposome und Nanosome sind winzige Kügelchen aus Fett, deren Innenraum mit Wirkstoffen wie Vitamin A (Retinol) und E gefüllt sein kann. Sie dringen in die Haut ein und stärken sie so in der obersten Hornschicht.
Ceramide in Kosmetikprodukten glätten die Haut oberflächlich. Die für die Schönheit der Haut wichtigen Vitamine A, E und C wirken auch durch Pflegecremes auf der Haut. Sie unterstützen die Zellerneuerung und schützen als Antioxidantien vor schädlichen Einflüssen wie Abgasen und Ozon. Nicht vernachlässigt werden dürfen auch UV-Filter in der Tagescreme.
Fruchtsäuren (AHA-Säuren) in niedrigen Dosen haben auf die Haut einen Peelingeffekt. Abgestorbene Zellen lösen sich ab und die Haut regeneriert. Allerdings können sie auch zu Hautreizungen führen. Speziell zur Pflege der Haut nach den Wechseljahren haben Kosmetikhersteller Cremes mit Phytohormonen aus Soja oder Traubensilberkerze entwickelt. Diese entfalten östrogenähnliche Wirkungen und regen den Aufbau des Kollagens im Bindegewebe sowie die Produktion der Talgdrüsen an. Bis sich sichtbare Erfolge einstellen, vergehen mindestens vier Wochen.
Liposomen, Glyzerin oder Aloe vera erhöhen das Feuchthaltevermögen der Haut, lassen sie praller und glatter erscheinen. Hyaluronsäure ist ein wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes und wirkt feuchtigkeitsbindend und transportierend. Pflegeprodukte mit Hyaluronsäure sind deshalb besonders gut für reife, trockene Haut geeignet.
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