Dank des medizinischen Fortschritts und der längeren Lebenserwartung liegen die Wechseljahre heute in der Mitte des Lebens. Sie sind der Wechsel in ein neues Lebensgefühl. Oder anders gesagt: Nach Abschluss der Wechseljahre beginnt noch ein volles Drittel des Lebens.
Liebe und Sexualität - Teil 1
Nicht das Alter oder gar die Menopause selbst sind der Grund dafür, wenn die Lust auf und an der Liebe nachlässt. Oft sind es äußere Umstände, die das Befinden so stören, dass die Lust daran vergeht. Diese Umstände können beispielsweise Veränderungen und Stress in Familie und Beruf sein, aber auch körperlicher Natur.
Durch den sinkenden Östrogenspiegel wird die Haut auch an der Scheide dünner, trockener, schlechter durchblutet und zunehmend empfindlich. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen sind die Folgen. 3 von 10 Frauen leiden in der Perimenopause unter trockener Scheide.
Schnelle Hilfe bringen hormonfreie Gleitmittel (beispielsweise Gynomunal Vaginalgel) auf Wasserbasis. Auch östrogenhaltige Cremes, Zäpfchen oder Vaginalgele, die in die Scheide eingeführt werden und dort ihre Wirkung entfalten erleichtern den Geschlechtsverkehr, wenn die natürliche Feuchte nicht mehr ausreicht.
Einige Frauen fühlen sich auch durch Blasenschwäche im Ausleben ihrer Lust gehemmt. Verursacht wird das unfreiwillige Verlieren von Urin durch das Erschlaffen der Blasen- und Beckenbodenmuskulatur. Gezielte Gymnastik kann diese Muskeln stärken und gibt die Kontrolle ein Stück weit zurück. Bei Inkontinenz gibt es zudem eine Reihe an ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten.
Zudem sollte mit einem Arzt auch über die Möglichkeiten der Empfängnisverhütung gesprochen werden, wenn die Blutungen nur noch sporadisch auftreten oder noch nicht klar ist, ob die Menopause als letzte Blutung bereits erfolgt ist.
Liebe und Sexualität - Teil 2
Bei anderen Problemen im Liebesleben kommt es dagegen auf die Partner an. Sind Erotik und Begehren im Laufe der Zeit verloren gegangen, kann das unterschiedliche Gründe haben. Für einige hat sich Qualität der Beziehung verändert und Sex ist in den Hintergrund getreten. Jedoch ist es nicht so, dass Lust automatisch und unbedingt mit dem Alter abnimmt oder gar abnehmen muss.
Bei Frauen steigt bis zum 35. Lebensjahr das sexuelle Interesse an und bleibt dann lange auf diesem Niveau. Umfragen zeigen, dass über ein Drittel der Frauen zwischen 60 und 80 Jahre Sex haben, das Interesse daran ist sicherlich wesentlich größer, denn auch die Selbstbefriedigung hat bei diesen Frauen großen Stellenwert.
In einer Partnerschaft sind kritische Gedanken wie "Bin ich noch attraktiv genug?" oder "Will er vielleicht eine Jüngere?" oft nicht nur unangebracht, sondern hemmen die Lust und wirken wie Ballast auf der Seele. Beweisen Sie einander ihre Liebe täglich neu, schaffen Sie gemeinsame Rituale wie das Baden bei Kerzenschein oder eine gegenseitige Massage. Fällt das Besinnen auf die Liebe zueinander sehr schwer und stören Kommunikationsschwierigkeiten das Verstehen des Partners, kann eine Paartherapie Klarheit bringen.
Es gibt keine allgemein gültigen Regeln. Letztlich muss jeder Mensch seine Wünsche, Träume und Bedürfnisse selbst erkennen und versuchen, sich diese zu erfüllen. Die Möglichkeit zur Kommunikation und die Offenheit anderen und sich selbst gegenüber ist ein, wenn sich sogar das wichtigste Mittel, um ein erfülltes Liebesleben zu haben. Eine wichtige Voraussetzung für ein erfülltes Sexualleben ist der Abbau der Schamgefühle dem eigenen Körper gegenüber.
Außerdem sollte man sich beim Ausleben seiner Sexualität keine Leistungszwänge auferlegen. Stattdessen sollte nach den Wechseljahren das Motto gelten: Qualität statt Quantität. Befreit von den Zwängen hat man nach Beendigung der Berufstätigkeit alle Zeit der Welt, Qualität ins eigene Sexualleben zu bringen.
Bewegung
Ernährung - Teil 1
Ernährung - Teil 2
Hautpflege
[Liebe und Sexualität - Teil 1]
